Wie es dazu kam
Im Frühjahr, Sommer und Herbst hatten wir auf vielen Reisen Skandinavien, insbesondere Schweden kennengelernt. Nur der Winter fehlte noch. Bei der Planung einer Lapplandreise im Winter blieben wir aber in Jämtland hängen, als wir im Internet zufällig auf den Galå Fjällgård stießen. Die Beschreibung las sich sehr vielversprechend und außerdem war uns der Fäbodväg (Almenweg), an dem der Galå Fjällgård liegt, von früheren Reisen her bekannt. Kurzfristig buchten wir für knapp 3 Wochen im März 2008 das Blockhaus Tor.
Die Anreise
Die Anreise Kiel-Oslo mit Color Line sparte uns ca. 700 km Autofahrt und war das erste Highlight dieser Reise. Die Schiffe dieser Route sind „Traumschiffe“, die nebenbei auch Autos transportieren. Eine echte Kreuzfahrt und ein Kontrast bevor es in die schwedische Einsamkeit geht.
Auf gut befahrbaren winterlichen Straßen ging’s dann Richtung Norden. Wir hatten uns für eine landschaftlich reizvolle Nebenstrecke entschieden. Nach einer Zwischenübernachtung im Vandrarhem (Jugendherberge) in Särna gings dann durch Härjedalen über den Flatruetväg in die Berge Jämtlands. Bei der Anfahrt zum Flatruet und auf der Hochebene hatten wir waagerecht treibenden Schnee und eine begrenzte Sichtweite. Talwärts schien aber schon wieder die Sonne. Jetzt war es nur noch ein Katzensprung bis zum Galå Fjällgard den wir in einer traumhaften Winterkulisse vorfanden.

Vom Flatruet weiter nach Norden
Am Ziel

Zufahrt zum Galå Fjällgård
Bei unserem Eintreffen waren aber schon, welch eine Überraschung, mehr als 50 „Gäste“ dort. Es waren Musher mit ihren Schlittenhunden, die die gerade beendete Schlittenhunde-WM im nahe gelegenen Åsarna besucht hatten.
Nach der herzlichen Begrüßung durch Miriam und Christoph bezogen wir unser gemütliches, gut beheiztes Blockhaus Tor.

Blockhaus Tor mit Neuschnee

Weg zum Visjö - Endlose Schneeflächen
In den nun folgenden Urlaubstagen erkundeten wir die nähere Umgebung auf Schneeschuhen, mit Langlaufschiern und einmal auch mit dem geliehenen Schneeskooter. Christoph hatte genügend Tips für kleine und große Ausflüge. Die Landschaft war tief verschneit und wir hatten vielfach Traumwetter mit Sonnenschein und Windstille. Traumhaft auch die Ruhe, die einen überall umgab. Die Temperaturen lagen tagsüber oftmals deutlich unter minus 10° C. Einmal fiel das Thermometer nachts bis auf minus 32° C.
Nach der Rückkehr von einem Ausflug, erwartete uns ein behaglich geheiztes Blockhaus und abends ging es dann häufig in die hauseigene Sauna. Wenn wir uns mit Miriam, Christoph und anderen Gästen abends in der Grillhütte zum gemütlichen Beisammenseintrafen, waren wir zum Abschluß meistens gut geräuchert.
Irgenwann mussten wir mal einkaufen. Wir stürzten uns in das ’’brodelnde’’ Leben und verbanden das Ganze mit einer Shopping- und Besichtigungstour nach Östersund und Åre. Das reichte dann aber für diesen Urlaub und wir waren ganz froh, als wir wieder zurück in der ’’Wildnis’’ waren.
Ein ganz besonderes Erlebnis war die Einladung zum Eisangeln zusammen mit Christoph, einem schwedischen Ehepaar und Hund Tosca. Mit zwei Schneeskootern mit Anhängern ging es über eine Stunde durch die Winterlandschaft bis mitten auf einen See. Es gab frisch gebrühten Kaffee und Würstchen und Toast vom Grill. Alle versuchten fleißig ihr Angelglück, aber ich fing als Einziger zwei Rödinge, womit das Abendessen gesichert war. Es war das erste Eisangeln für uns gewesen und in Verbindung mit der netten Gesellschaft und dem guten Wetter war es ein unvergesslicher Tag.

Eisangeln und Picknick auf dem See
Das Ende

Postkartenidylle
Alles geht einmal zu Ende, so auch dieser Urlaub. Und vorbei an traumhafter Winterkulisse gings dann wieder nach Süden. Diesmal fuhren wir aber über die 45, den Inlandsväg. Eine Zwischenübernachtung war im Vandrarhem Mårbacken, ca. 150 km vor Oslo geplant. Somit konnten wir dann stressfrei bis mittags unsere Fähre erreichen.
Mit dem Galå Fjällgård haben wir ein Reiseziel in Schweden gefunden, dem wir sicherlich treu bleiben werden. Das liegt aber nicht nur an der schönen Gegend und den schönen Häusern, das gibt es woanders auch. Vielmehr war es die herzliche Gastfreundschaft und der freundliche, ja schon freundschaftliche Umgang miteinander. Wir fühlten uns willkommen.
Wir kommen wieder!
Für mehr Bilder: http://www.udo-pick.medion-fotoalbum.de/